Was ist Goalball

Goalball ist ein Mannschaftssport für Blinde und Sehbehinderte, die Spaß am Ballspiel haben. Da die Goalball-Spieler unterschiedlich starke Sehbehinderungen haben, verzichten sie während des Spiels auf das Sehen überhaupt und tragen auf dem Spielfeld undurchsichtige Brillen, um Chancengleichheit herzustellen. Die Spieler sind also alle gleichermaßen völlig blind und verlassen sich in allen Spielaktionen ausschließlich auf ihren Tastsinn und auf ihr Gehör. Auch innerhalb des Behindertensports gilt Goalball als eine eher unbekannte und exotische Sportart. Anders als beispielsweise beim Sitzvolleyball oder beim Rollstuhlbasketball gibt es für das Goalball-Spiel nämlich keine Entsprechung im Sport der Nichtbehinderten.

Goalball wird in der Halle gespielt. Der Goalball, der einem Basketball ähnelt, ist mit Glöckchen in seinem Inneren so präpariert, daß er akustisch wahrgenommen werden kann. Die beiden 1,30 Meter hohen Tore nehmen die Grundlinien des Spielfeldes, das in seinen Abmessungen einem Volleyball-Feld entspricht, in der gesamten Breite ein. Für jede Mannschaft sind drei Spieler auf dem Feld, die sich ausschließlich in der eigenen Spielfeldhälfte bewegen.

In dem unmittelbar vor dem Tor liegenden Mannschaftsraum befinden sich am Boden tastbare Markierungen, die den Spielern zur Orientierung dienen. Wechselweise wird von hier aus der Ball auf das gegnerische Tor geworfen, während alle drei Gegenspieler versuchen, den Ball unter Einsatz des ganzen Körpers abzuwehren, um ihn am überschreiten der eigenen Torlinie zu hindern. Dabei erkennen die Spieler Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung des Balles ausschließlich aus dem Klingelgeräusch der Glöckchen in seinem Inneren. Auf diese akustische Wahrnehmung hin erfolgt die Abwehraktion.

Jeder Abwehrspieler deckt zur Sicherung des Tores seinen eigenen Bereich ab. Um sich gegenseitig nicht zu behindern, stehen die Spieler so gestaffelt, dass der Center auf der Mittelposition vor den Außenspielern agiert. Während der Center in erster Linie die Abwehr zusammenhalten muß, sind die Flügelspieler meist die starken Werfer.

Da der Ball nicht zu hören ist, wenn er durch die Luft geworfen wird, zwingen strenge Regeln den Angreifer dazu, den Ball als Aufsetzer am Boden zu spielen. Gewinner ist die Mannschaft, die während der ca. 50 minütigen Spieldauer die meisten Tore erzielt.

Goalball ist ein Turniersport. Zum Wettkampf treffen sich mehrere Mannschaften, um Einladungs- oder Meisterschaftsturniere auszutragen.

Die deutsche Goalball-Nationalmannschaft hat sich bei europäischen Meisterschaften (alle zwei Jahre) und bei Weltmeisterschaften (alle vier Jahre) mit den Auswahlteams anderer Länder zu messen. In Europa gibt es im Herrenbereich drei Kategorien und im Damenbereich zwei Bereiche. Europa hat die meisten Teams und daher werden diese in drei Kategorien  A, B und C bzw. bei den Damen in „A“ und „B“ eingeteilt. Bei den Europameisterschaften haben die Teams die Möglichkeit in aus ihren Kategiorien auf- oder abzusteigen. Deutschland spielt derzeit mit beiden Mannschaften in der Kategorie A. Aus diesem Pool „A“ darf der Meister zu den Paralympics fahren.

Höhepunkt im Goalball-Sport ist das paralympische Goalball-Turnier, das ein fester Bestandteil der olympischen Spiele der Behinderten ist.


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