Rio-Goalball-Guide Teil 7: Siebter Wettkampftag – Die Zusammenfassung von den Viertelfinals

Die Finalrunde im paralympischen Goalballwettbewerb ist angebrochen und wir wollen auf die heutigen Viertelfinalpaarungen schauen:

Im ersten Viertelfinalspiel traf der Gruppenerste der Gruppe A Brasilien auf den vierten in der Gruppe B China. Die Brasilianer zeigten von Anfang an in der Partie, dass sie hier die Nase vorn haben und ließen den Chinesen keine Chance sich ranzutasten. Bereits zur Halbzeit führten die Brasilianer klar mit 5:1. Und diese Dominaz blieb auch in der zweiten Halbzeit. Die Südamerikaner nahmen den Asienmeister, wortwörtlich „auseinander“ und gewannen am Ende souverän mit 10:3. Damit zieht Brasilien ins Halbfinale ein und der Asienmeister China muss sich aus dem Turnier verabschieden.

Ebenso stark starteten die Brasilianerinen in ihr erstes Viertelfinalspiel. Sie trafen auf den viertplatzierten der Gruppe D aus der Ukraine. Auch die Brasilianerinen waren in dieser Partie das Maß aller Dinge. Sie griffen mit starken Würfen an und ließen in der Defence nichts durch. Zur Hablzeit die klare Führung für Brasilien (7:0). Den Ukrainerinen fehlte es an Spielideen und mangelhafter Wurfkraft. Die Brasilianerinnen beendeten in der zweiten Halbzeit das Spiel vorzeitig mit 10:0 und schossen dadurch die Ukraine aus dem Turnier.

Die zweite Viertelfinalbegegnung der Herren bestritten unsere deutschen Goalball-Jungs und die US-Boys aus Amerika. Und das Spiel versprach Spannung pur. Gerade mal 45 Sekunden sind gespielt und die USA gingen durch ihren ersten Treffer in Führung. Doch diese hielt nicht lange an, denn Thomas Steiger erzielte keine 60 Sekunden später den Ausgleich zum 1:1. Allerdings wieder eine Minute später treffen die USA zum 2:1 und holen sich die Führung zurück. Doch wiederum 3 Minuten danach traf Thomas Steiger zum zweiten Mal und der Ausgleich war wieder hergestellt (2:2). In den letzten 3 Minuten der ersten Hälfte erzielten die US-Boys jedoch noch 2 Tore und führten zur Halbzeitpause mit 4:2. Johannes Günther, der Chef-Trainer unserer deutschen Jungs ahnt, dass hier etwas geht und schwört sie noch mal richtig ein. Mit Erfolg: 21 Sekunden nach Beginn der zweiten Hälfte trifft Oliver Hörauf zum 3:4 Anschlusstreffer. Und keine 3 Minuten später verwandelt Michael Feistle einen Penalty gegen die USA; der Ausgleich ist wieder da – 4:4. Doch just nach 2 Minuten passiert das gleiche, was zuvor den Deutschen gelungen ist auf der Gegenseite; Die USA verwandeln nun ihrerseits einen Penalty gegen Deutschland und holen sich die Führung 5:4 zurück. 1-einhalb Minuten später macht Oliver Hörauf den vorherigen Fehler wieder gut und Deutschland gleicht erneut aus – 5:5. Und keine 2-einhalb Minuten danach trifft Thomas Steiger zum 6:5; erstmals die Führung für das deutsche Team in diesem Spiel. Aber 6 Sekunden später gleicht die USA wieder aus (6:6) und 28 Sekunden später erhöhen die US-Boys auf 7:6. In den letzten 1-einhalb Spielminuten der zweiten Halbzeit gaben die Deutschen noch einmal alles. Sie nahmen 2 Timeouts in folge und erhöhten noch einmal die Wurfkraft und Schnelligkeit ihrer Würfe, aber die Defence der USA hielt allen Versuchen des deutschen Teams stand. Am Ende war der strahlende Sieger die USA, die die Deutschen denkbar knapp mit 7:6 besiegten. Für unsere deutschen Goalballer war es das beste Spiel im gesamten Turnier und Johannes Günther kann zurecht stolz auf seine Truppe sein, denn so eine Leistung muss auch erstmal erbracht werden. Zwar endeten mit dieser Niederlage die Paralympics für das deutsche Goalballteam, aber die Erfahrungen, die sie hier sammeln konnten, werden richtungsweisend für zukünftige internationale Turniere und Weltmeisterschaften sein.  Sie konnten sich mit der Weltspitze messen und haben Goalball auf höchstem Nievau geboten.

Im vierten Spiel des Tages, welches auch gleichzeitig das zweite Viertelfinale der Damen war, kam es zum Asien-Duell zwischen China und Japan. Die Japanerinen erwischten einen guten Start in die Partie und gingen schnell durch 2 hintereinander getroffene Tore in Führung (2:0). China gelang es dann in der 9. Spielminute auf 1:2 zu verkürzen, welcher auch der Halbzeitstand war. Die zweite Hälfte wurde defencetechnisch von beiden Mannschaften immer besser und es sah zunächst nach einem knappen Sieg für die Japanerinen aus. Aber die Chinesinen konnten in der 17. Spielminute zum 2:2 ausgleichen. Japan gelang es in der restlichen Zeit der zweiten Hälfte nicht mehr das Ruder zu übernehmen und China gelang ebenfalls kein Treffer mehr. Am Ende der zweiten Halbzeit blieb es beim Spielstand von 2:2 und es ging in die Verlängerung. Doch auch in den folgenden 2 x 3 Miunten fiel bei beiden Teams nicht das endscheidende Tor. Es blieb nach 30 Spielminuten bei 2:2. Und nun folgte der wahre Krimi: das Penaltyschießen. Die ersten beiden Würfe bei beiden Teams wurden geblockt. Der zweite Wurf brachte China mit 1:0 in Führung. Japans zweiter und dritter Wurf wurde gehalten und verworfen. Beim dritten Wurf traf China erneut und erhöhte auf 2:0, der vierte Wurf der Chinesinen wurde gehalten. Im vierten Wurfversuch konnte Japan auf 1:2 verkürzen, die fünfte Wurfchance für die Japanerinen blieb ungenutzt: Wurf gehalten. Im fünften Wurfversuch trafen die Chinesinen zum 3:1 und gewannen dadurch das Penaltyschießen. Der Endstand dieser Partie: China 5 – Japan 3. Damit zogen die Chinesinen ins Halbfinale ein und endtäuschte Japanerinen mussten sich mit leeren Händen aus dem Turnier verabschieden.

Das fünfte Spiel (drittes Viertelfinale der Damen) wurde von den Teams aus der Türkei und Israel bestritten. Die Favoritenrolle war auch hier klar bei den Türkinnen. Die Türkei konnte in der ersten Halbzeit durch 7 aus dem Spiel erzielten Tore und einem Penalty-Tor überzeugen, während den Damen aus Israel ein Treffer aus dem Spiel gelang. Halbzeitstand: 8:1 für die Türkinnen, eine klare Führung zur Pause. In der zweiten Hälfte fanden die Damen aus Israel besser ins Spiel und konnten insgesamt 4 weitere Tore erzielen. Die Türkinnen ließen sich dadurch nicht verunsichern und setzten ihre Führungsserie weiter fort. Am Ende gewannen die Damen aus der Türkei mit 15:5 und zogen ins Halbfinale ein.

Im sechsten Spiel (drittes Viertelfinale der Herren) trafen die Herren aus Litauen und Kanada aufeinander. Als Asisstens-Schiedsrichter war zumindest ein Deutscher noch im Goalball mit dabei: Alexander Knecht. Dieses Spiel ging sehr defencegeprägt los. Die Würfe waren temporeich und hart geworfen, aber beiden Mannschaften unterlief in den ersten 6 Minuten der ersten Hälfte kein Fehler in der Abwehr. Doch eine Minute später gelang Kanada der erste Treffer und 2 Minuten danach sogar das zweite Tor durch einen Penalty der Litauer. Litauen drängte auf den Anschlusstreffer und 1-einhalb Minuten vor dem Seitenwechsel gelang es den Litauern das 1:2 zu erzielen. Mit diesem engen Spielstand ging es in die Halbzeitpause. Gleich eine Minute nach dem Seitenwechsel trafen die Litauer zum 2:2 Ausgleich. Einen möglichen Run der Litauer unterbrachen die Kanadier 40 Sekunden später jedoch und erzielten das 3:2, welches 5 Sekunden danach von den Litauern wieder zu nichte gemacht wurde. Erneuter Ausgleich 3:3. Und damit nicht genug: 45 Sekunden später erhöten die Litauer noch einmal auf 4:3. Kanada wurde dies langsam zu schnell; eine baldige Auswechselung war die Folge. Nach diesem Torfeuerwerk und dem Wechsel der Kanadier wurde die Partie ruhiger. Die Litauer konzentrierten sich darauf, den Ein-Tore-Vorsprung zu halten und damit sicher in die nächste Runde zu kommen. Doch 28 Sekunden vor dem Spielende glichen die Kanadier zum 4:4 aus und Litauen konnte keinen erneuten Treffer setzen. Somit ging auch dieses Spiel in die Verlängerung. Die ersten 3 Minuten blieben torlos. Doch 90 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung gelang es Litauen das endscheidende Tor zu erzielen. Damit gewann Litauen in einem spannenden Spiel gegen Kanada mit 5:4.