Rio-Goalball-Guide Teil 2: Zusammenfassung vom Zweiten Wettkampftag

Der zweite Wettkampftag im Goalball bei den Paralympics in Rio de Janiero ist vorbei. Zeit auf die 6 Spiele des Tages zurückzublicken:

Das erste Spiel eröffneten die Goalball-Herren aus den USA und China. Für den chinesischen Trainer Shiqiang Yin und seine Mannschaft stand fest: ohne einen Sieg gehen wir nicht vom Feld. Das gestaltete sich allerdings schwerer als gedacht, den die US-Boys zogen alle register. Auf einen schnelles Penalty-Tor der Chinesen folgte 17 Sekunden später der Ausgleichstreffer der USA. Nach diesem Schock fingen sich die Chinesen wieder und ließen 3 Minuten lang keine weiteren Tore zu. Die Amerikaner allerdings ließen nicht locker. Ein weiteres Tor führte zur 2:1-Führung der USA; keine 9 Sekunden später ein Highball-Penalty gegen China. Die Konsequenz: 3:1 für die USA, noch 7:06 in der ersten Hälfte zu Spielen. Die Chinesen nun wieder konzentriert; die Abwehr stand, nur vorne wollte kein Ball ins Tor der US-Boys. 3:1 der Halbzeitstand für die USA.

Zwei Auswechselungen durch Trainer Shiqiang Yin sollten den Chinesen wieder Hoffnung machen. Mit gutem Start, denn 44 Sekunden nach dem Beginn der zweiten Halbzeit verusachten die US-Boys einen Highball-Penalty. Chance zum Anschlusstreffer für die Chinesen genutzt; 2:3 der Spielstand. Vielleicht sollte sich das Blatt jetzt zu Gunsten der Chinesen wenden. 5 Minuten lang disziplinierten sich beide Teams, kein Treffer oder Penalty kam zu stande. Allerdings dann ein zu überhasteter Wurf der Chinesen; ein Highball-Penalty. Dieses Geschenk nahmen die USA dankbar an; 4:2 mittlerweile die Führung. Für China entwickelte sich dieses Spiel langsam zu einem Drama. Die Uhr tickte unaufhörlich gegen sie, das harte Arbeiten an der Wurfkraft und Schnelligkeit wurde nicht belohnt. Statt dessen 3 Minuten vor dem Ende das 5:2 für die USA. Die Chinesen am verzweifeln; es kam nichts zu stande mehr in der restlichen Zeit. Am Ende trat das Unvermeidliche ein: Die USA gewinnt gegen China mit 5:2.

Im zweiten Spiel des Tages trafen die Türkinnen auf die Kanadierinen. Mit von der Partie: der deutsche Schiedsrichter Alexander Knecht als Asisstent. Für das Team aus Kanada sollte es gut beginnen; 5 Sekunden nach dem Anpfiff das 1:0. Doch die Damen aus der Türkei ließen sich das nicht bieten; 7 Sekunden nach diesem Treffer die Revanche – 1:1 der Ausgleich. 46 Sekunden später die kanadische Antwort; 2:1 wieder die Führung. Jedoch der Konter der Türkinnen folgte 7 Sekunden später; erneut der Ausgleich – 2:2. Beide Teams dann über eine längere Strecke des Spiels konzentrierter und disziplinierter unterwegs, bis 7:33 vor Ende der ersten Hälfte der Treffer für die Türkei fiel; 3:2 erstmals die Führung. 1 Minute später ein Highball-Penalty gegen Kanada; die Türkinnen trafen erneut – 4:2 nun der Vorsprung. Der kanadische Trainer Trent Farebrother mit seinem Team nicht zufrieden; eine frische Spielerin sollte den Türkinnen den Wind aus dem Segel nehmen. Doch dieser Plan schlug deutlich fehl; in der 9. Minute schlugen gleich 2 Tore in naher Folge hinter den Kanaderinen ein, ein weiterer Treffer folgte 1 Minute später – 7:2 die türkische Führung. Knapp 1 Minute später die Kanadierinen unkonzentriert; Highball-Penalty mit dem Tor für die Türkei; der Spielstand nun 8:2, der auch zur Halbzeit blieb.

Zur Beginn der zweiten Hälfte gab es gleich 3 Auswechselungen; 2 von der Türkei, eine von Kanada. Und das brachte dem Spiel die notwendige Ruhe und Frische, denn beiden Teams unterliefen dann kanpp 5 Minuten lang keine Tore bzw. Penalties. Allerdings reichte ein Flüchtigkeitsfehler von Kanada aus, damit die Türkinnen aus 9:2 erhöhten. Trent Farebrother reagiert sofort mit einer weiteren Auswechselung. Die Ruhe blieb für Kanada aber nur von kurzer Dauer. 2-einhalb Minuten später das nächste Tor für die Türkei, dem noch 14 Sekunden später ein weiteres folgt – 11:2 die Türkinnen vorne. Zwar wechselte Trent Farebrother ein letztes Mal eine neue Spielerin ein, doch außer ein wenig Ergebniskosmetik für sein Team blieb die Niederlage unausweichlich. Schlussendlich siegten die Türkinnen verdient mit 12:4.

Das dritte Spiel war für das brasilianische Herrenteam die Chance, den vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale mit einem Sieg gegen die Herren aus Kanada perfekt zumachen. Beide Teams starteten jedoch sehr defensivstark, sodass es über knapp 5 Minuten für keinen möglich war ein Tor zu erzielen. Dies sollte sich erst mit Beginn der 6. Spielminute ändern; der Erste Treffer ging an Brasilien. Doch kanpp 1 Minute später fanden die Kanadier eine Antwort. – 1:1 der Ausgleich. Trotz einer Auswechselung bekamen die Herren aus Kanada keinen weiteren Treffer zu stande, während sich die Brasilianer langsam einwerfen konnten. 6:1 für Brasilien lautete der Halbzeitstand. In der zweiten Hälfte folgten von beiden Teams einige Auswechselungen und Penalties auf beiden Seiten. Doch immer wenn Kanada begann sich an Brasilien heranzutasten, schlugen diese zurück oder ließen in der Abwehr kein Durchkommen zu. Zum Schluss siegten die Brasilianer deutlich mit 11:3 gegen Kanada.

Das vierte Spiel sollte der Aufreger des Tages werden, denn das algerianische Frauenteam erschien nicht zu ihrem Spiel gegen die American-Girls aus den USA. Als Grund nannten diese religiöse Ideologie. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat eine klare Ansage dazu gemacht. Sollten die algerianischen Damen am Samstag nicht zu ihrem Spiel gegen Israel erscheinen, so werde nicht nur ihre Mannschaft, sondern auch alle anderen Mannschaften und Offiziellen aus Algerien von den Paralympics suspendiert. Das Spiel der Damen in der Gruppe C Algerien gegen USA wurde wegen Nichtantrittes der Algerianerinen 10:0 für die USA gewertet.

Im fünften Spiel hieß es für die Teams aus Schweden und Algerien der Herren: alles auf den ersten Sieg. Denn beide Teams hatten ihre Auftaktpartien verloren und mussten nun um ihre ersten 3 Punkte kämpfen. Die Schweden starteten durch einen Delay of Game-Penalty gegen Algerien mit 1:0 in die Partie, doch nur 10 Sekunden später bescherte eine Unkonzentriertheit der Schweden Algerien das 1:1. Die Schweden hatten Mühe, sich gegen gut Defensiv-spielende Algerianer durchzusetzen, doch das gelang ihnen schließlich in der 2. und 3. Spielminute jeweils 1 Mal. – 3:1 der Vorsprung für die Schweden. Algerien jedoch wollte sich nicht noch mal blamieren und netzte in der 4. Minute gleich doppelt ein, was zum Ausgleich 3:3 führte. Schweden jedoch blieb hartnäckig; 5. Spielminute wieder der Führungstreffer. – 4:3 für Schweden. Algerien kämpfte sich jedoch in der 6. Spielminute wieder auf ein 4:4 heran, welches aber prompt von den Schweden 7 Sekunden später mit dem 5:4 getilgt wurde. In den verbliebenen 5 Minuten der ersten Hälfte gelang es den Schweden die Abwehr der Algerianer noch 2 Mal zu überwinden. – 7:4 die Halbzeitführung für Schweden.

Die zweite Hälfte begann gut für Algerien, die den Anschlusstreffer zum 5:7 erzielten, doch in der Folge der Zweiten Halbzeit wurden die Algerianer zu Ungeduldig; die Folge: einige High- und Longball-Penalties, die von den Schweden konsequent genutzt wurden. Auch die Auswechselungen von Algerien brachten sie nicht weiter. In der restlichen 2. Halbzeit gelang den Algerianern nur ein weiterer Treffer, wärend die Schweden ihre Führung stetig ausbauten. Am Ende stand der erste Sieg für die Schweden zu Buche; 12:6 der Endstand.

Im letzten Spiel des Tages hofften die Brasilianerinen auf ihren zweiten Sieg vor heimischem Publikum. Doch diese Aufgabe war schwer, da der Gegner die Japanerinen waren. Die erste Hälfte des Spiels wurde durch eine starke Abwehraktion von beiden Teams bestimmt, ebenso durch viele ins Aus geworfene Bälle der Brasilianerinen und vergebener Penalty-Chancen. Die Japanerinen hingegen nutzten die sich ergebende Penaltymöglichkeit von den Brasilianerinen aus. 1:0 für Japan nach 7 Spielminuten. In der restlichen ersten Hälfte sah man sehr starke Defensiv-Aktionen bei beiden Mannschaften, aber keine weiteren Tore. Es blieb zur Halbzeit beim 1:0 der Japanerinen.

Die zweite Halbzeit begann genau so wie die erste Hälfte begonnen hatte. Es überwiegten die starke Abwehr und die verworfenen Aus-Bälle bei beiden Teams. Doch in der 18. Spielminute der Jubel für Brasilien. Ausgleichstreffer zum 1:1. Es sollte bis zur 22. Spielminute spannend bleiben. Der Spielstand immer noch 1:1, doch dann, 1:17 noch auf der Uhr ein Highball-Penalty gegen Brasilien. Die Japanerinen mit der Chance das Spiel wieder rumzureißen. Und sie taten es; 2:1 wieder die Führung für Japan, welche auch bis zum Schluss hielt. Damit siegten die Japanerinen 2:1 gegen Brasilien und holten sich damit ihren ersten Sieg.

Alle Ergebnisse im Überblick – 2. Wettkampftag (09.September 2016):

Fr., 09.09.2016, 09:00 Uhr* | Gruppe B (Herren) | USA – China           5:2

Fr., 09.09.2016, 10:15 Uhr* | Gruppe D (Damen) | Türkei – Kanada           12:4

Fr., 09.09.2016, 13:15 Uhr* | Gruppe A (Herren) | Kanada – Brasilien           3:11

Fr., 09.09.2016, 14:30 Uhr* | Gruppe C (Damen) | Algerien – USA           0:10 **

Fr., 09.09.2016, 17:30 Uhr* | Gruppe A (Herren) | Schweden – Algerien           12:6

Fr., 09.09.2016, 18:45 Uhr* | Gruppe C (Damen) | Brasilien – Japan           1:2

* Die Zeitangaben entsprechen der brasilianischen Ortszeit.

** Aufgrund durch Nichtantritts automatischer Spielgewinn

Gruppentabellen im Überblick:

Gruppe A:

  1. Brasilien | 2 Spiele | 2 S | 0 U | 0 N | 20:9 Tore | +11 Diff. | 6 Pkt.
  2. Deutschland | 1 Spiel | 1 S | 0 U | 0 N | 10:0 Tore | +10 Diff. | 3 Pkt.
  3. Schweden | 2 Spiele | 1 S | 0 U | 1 N | 18:15 Tore | +3 Diff. | 3 Pkt.
  4. Kanada | 1 Spiel | 0 S | 0 U | 1 N | 3:11 Tore | -8 Diff. | 0 Pkt.
  5. Algerien | 2 Spiele | 0 S | 0 U | 2 N | 6:22 Tore | -16 Diff. | 0 Pkt.

Gruppe B:

  1. Litauen | 1 Spiel | 1 S | 0 U | 0 N | 13:6 Tore | +7 Diff. | 3 Pkt.
  2. USA | 1 Spiel | 1 S | 0 U | 0 N | 5:2 Tore | +3 Diff. | 3 Pkt.
  3. China | 1 Spiel | 0 S | 0 U | 1 N | 2:5 Tore | -3 Diff. | 0 Pkt.
  4. Finnland | 1 Spiel | 0 S | 0 U | 1 N | 6:13 Tore | -7 Diff. | 0 Pkt.
  5. Türkei | 0 Spiele | 0 S | 0 U | 0 N | 0:0 Tore | 0 Diff. | 0 Pkt.

Gruppe C:

  1. Japan | 2 Spiele | 1 S | 1 U | 0 N | 3:1 Tore | +2 Diff. | 4 Pkt.
  2. USA | 1 Spiel | 1 S | 0 U | 0 N | 10:0 Tore | +10 Diff. | 3 Pkt.
  3. Brasilien | 2 Spiele | 1 S | 0 U | 1 N | 8:5 Tore | +3 Diff. | 3 Pkt.
  4. Israel | 1 Spiel | 0 S | 1 U | 0 N | 1:1 Tore | 0 Diff. | 1 Pkt.
  5. Algerien | 1 Spiel | 0 S | 0 U | 1 N | 0:10 Tore | -10 Diff. | 0 Pkt.

Gruppe D:

  1. Türkei | 1 Spiel | 1 S | 0 U | 0 N | 12:4 | +8 Diff. | 3 Pkt.
  2. China | 1 Spiel | 1 S | 0 U | 0 N | 5:2 Tore | +3 Diff. | 3 Pkt.
  3. Australien | 1 Spiel | 0 S | 0 U | 1 N | 2:5 Tore | -3 Diff. | 0 Pkt.
  4. Kanada | 1 Spiel | 0 S | 0 U | 1 N | 4:12 Tore | -8 Diff. | 0 Pkt.
  5. Ukraine | 0 Spiele| 0 S | 0 U | 0 N | 0:0 Tore | 0 Diff. | 0 Pkt.