Europameisterschaft Goalball – Die Damen holten den Titel

25.10.2005: Europameisterschaft Goalball – Die Damen holten den Titel

Vom 15.-23.10. fand die Europameisterschaft Goalball
in Nerpeelt, Belgien statt. Fünf Spielerinnen wurden
vom Trainer, Thomas Prokein nominiert: Conny Dietz,
Ina Fischer, Christiane Möller und Stefie Schindler,
die beim Lady Intercup in Malmö schon ein starkes
Turnier gespielt hatten und den 3. Platz gemacht
hatten, und Natalie Ball representierte die
Bundesrepublik. Auch der Physio Hans Göbel trug
maßgeblich zur Leistung bei.

Am ersten Spieltag ging es gegen Griechenland, eine
Mannschaft, die sich seit den paralympischen Spielen
viel verbessert hat. Dennoch gewannen die Deutschen in
einem Suverenen Spiel 4-1.

Der zweite Tag fing früh an. Um 8:00 mußte man gegen
Großbritanien spielen. Trotz der Uhrzeit kassierte die
Mannschaft kein Tor und Schoß dagegen vier.

AM Mittwoch wachte man zum starken Regen auf. Obwohl
man in der Halle spielte, war es so laut, daß die
deutsche Centerin zwei Tore kassierte. In der zweiten
Halbzeit konnte die Taktik der Trainer und der
Wille der Mannschaft das Spiel umdrehen, dank sei auch
der reduzierten präzisation und einem starken
Wurfeinsatz gewann Deutschland 3-2.

Am Nachmittag spielte die Mannschaft gegen Angstgegner
Holland – eine starke Abwehr Mannschaft, die jeden
Penaltie verwandelt. Das Spiel verlor man teilweise
auch wegen eines fraglichen Penaltiebeschlußes 2-1.

Als Gruppen Zweite zogen die deutschen Damen ins
Halbfinale. Und der gegner war unerwarteterweise
Finnland, das sich in den Gruppenspielen etwas
schwerer getan hat als sonst. Dennoch muß die
Mannschaft immer ernst genommen werden. In einem
äußerst spannenden Spiel gewann Deutschland 4-3.

Anscheinend war es das erste Mal, daß Deutschland seid
Atlanta 1996 gegen Finnland gewonnen hat.

Mit dem Einzug ins Halbfinale hat man das offizielle
Ziel erreicht, auch wenn die Centerin von Anfang an ein
gewonnenes Turnier mit 7 geschossenen und null kassierten
Toren vorgegeben hatte – nach dem ersten Spiel 4-1 war
dieses Ziel, genau genommen unmöglich, aber die Idee
blieb! Trotz der mehrstündigen Unsicherheit, ob man
schon im Halbfinale wieder gegen Holland oder doch
gegen Dänemark spielen mußte, stellte sich heraus, daß
der Angstgegner wieder dran sei. "Man muß gegen
Holland einfach geduldig sein und keinen Fehler
machen. Heute ist Pay-Day!"

Und genauso hat man gespielt, aber großzügig im
Bezahlen war man nicht. Ina Fischers goldenes Tor in
der zweiten Halbzeit der verlängerung öffnete die Tür
zum Finale.

Am Samstag 22.10.05 stand die deutsche
Damenmannschaft zum ersten Mal seit dem Goldspiel in
Atlanta im Finale, und der Gegner war Dänemark. Da
mußte man sich für die Männer rächen – also wiedermal
Pay-Day. Die Dänen gingen 1-0 in Führung und dachten
offensichtlich, daß sie das Spiel für sich entschieden
hätten. Aber sie hatten falsch gerechnet. Ein schnelles
Tor von Ina Fischer, eins von Natalie und ein
unglaublicher Hoppball von Ina und eine fehlerlose
Abwehr von der ganzen Mannschaft bedeutete den 3-1
Sieg.

Nach 20 Jahren ist Deutschland wieder Europameister,
und zwar eine Spielerin war beide Male dabei. Conny
Dietz ist noch da, und bleibt noch eine Weile, hoffen
wir! Die ganze Mannschaft mit Trainer und Physio und
selbst die zu Hause gebliebene Cotrainerin Ines,
Maskotchen Lara und die anderen Spielerinnen, als auch
die Anfeuerungen der Männer und einer Australierin,
haben zum Erfolg beigetragen. Laßt es uns in den USA bei
der WM nur fortsetzen!

Natalie Ball