Europameisterschaft des Pool B Herren in Assens

25.10.2010: Europameisterschaften in Assens – Herren

Vom 19.10. – 24.10. ’10 fanden die Europameisterschaften Goalball Herren des Pool B in Assens/Dänemark statt. 10 Mannschaften hatten neben den Medaillenrängen die Möglichkeit, sich einen der vier Aufstiegsplätze in den Pool A zu erspielen. Eine zusätzliche Spannung versprach die Tatsache, dass die drei letztplatzierten in den Pool C absteigen würden.

Die deutsche Goalball-Nationalmannschaft der Herren war nach dem belegten 8. Platz bei der EM des Pool A in München 2009 abgestiegen und ist mit dem Ziel des Wiederaufstieges am 19.10.’10 nach Assens angereist. Obwohl das Deutsche Team – Christian Friebel, Felix Rogge, Martin Burkhardt, Reno Tiede, Stefan Hawranke und Tobias Vestweber – eines der jüngsten (21,2) weltweit ist, durfte man nach dem erstarkten Auftritt bei der WM in Sheffield/England (06.’10) doch mit ihm als Favoriten rechnen.

Die Mannschaft von Johannes Günther und Stefan Weil konnte mit 3 Siegen gegen Russland (13:4), Israel (12:2) und Großbritannien (7:0) sowie einer Niederlage gegen Finnland (3:9) 9 Punkte aus der Vorrunde mitnehmen und als Zweitplatzierter der Gruppe 2 in das Viertelfinale einziehen.

 

Rang

Gruppe 1 (Punkte / Tordifferenz)

Gruppe 2 (Punkte / Tordifferenz)

1

Dänemark (10 / 25:17)

Finnland (12 / 41:8)

2

Türkei (8 / 12:7)

Deutschland (9 / 35:15)

3

Bulgarien (4 / 19:21)

Russland (6 / 28:37)

4

Italien (3 / 14:17)

Israel (3 / 26:41)

5

Niederlande (1 14:22)

Großbritannien (0 / 6:35)

 

Ein aus sich herauswachsendes Bulgarien ließ gegen ein defensiv starkes Deutschland wohl das dramatischste Spiel des Turniers Gestalt annehmen. Die Halbzeit ließ mit einem 1:1 noch keine Tendenzen eines Siegers zu. Auch die zweite Halbzeit war nach einem 2:1-Treffer für Deutschland noch nicht entschieden. Bulgarien konnte drei Minuten vor Schluss ausgleichen. Jede Mannschaft erhielt in den letzten 35 Sekunden einen Penalty, welcher beide nicht zum jeweils erhofften Siegtreffer verhalf. Erst in der ersten Halbzeit der Verlängerung erzielte Martin Murkhardt das für die deutsche Mannschaft erhoffte „Golden-Goal“.

 

Ergebnisse Viertelfinale

Dänemark : Israel (9:4)

Türkei : Russland (3:2)

Finnland : Italien (10:0)

Deutschland : Bulgarien [Verlängerung] (3:2)

Letztendlich standen sich Dänemark und Deutschland sowie Finnland und Türkei im Halbfinale gegenüber. Den 2:1-Pausenstand konnte Deutschland in der 2. Halbzeit auf ein 3:1 ausbauen. Dänemark hatte jedoch das Glück auf seiner Seite und drehte das Spiel auf ein 3:4. Selbst ein Protest der Deutschen gegen Recht zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen konnte, wegen der Ablehnung dieses Protestes, am Turnierverlauf nichts ändern. Finnland hingegen konnte das zweite Halbfinale mit 10:0 klar für sich entscheiden.

 

Rang

Mannschaft

1

Finnland

2

Dänemark

3

Türkei

4

Deutschland

5

Russland

6

Italien

7

Bulgarien

8

Israel

9

Niederlande

10

Großbritannien

Parallel dazu war ein verbittertes Spiel um den Nichtabstieg zwischen Israel und Russland zu beobachten. Israel verlor 8:9 und stand als dritter Kandidat für den C-Pool fest.

Im Spiel um Platz 3 wurden die Deutschen auf dem falschen Fuß erwischt. Das knappe und wohl auch umstrittene Spiel gegen Dänemark im Halbfinale saß dem jungen Team in den Knochen, sodass dieses das Spiel mit 2:7 aus der Hand gab. Die Goldmedaille wurde von Finnland souverän mit einem 13:4 erobert.

Letztendlich können sich Finnland, Dänemark, Türkei und Deutschland über eine Qualifikation zur Teilnahme an der Europameisterschaft im Pool A in 2011 – erneut in Assens – freuen. Der Pool C wird durch Israel, Niederlande und Großbritannien bereichert.

Das junge Team aus Deutschland hat erneut Respekt geerntet und hohe Anerkennung erhalten. Mit diesem hoch emotionalen Turnier konnte die Mannschaft weitere wichtige Erfahrung, Können sowie unvergessliche Momente für das Teamgefüge sammeln, um die noch vor sich liegende Zukunft im A-Pool – der europäischen Spitzengruppe – sowie weiteren Zielen in Richtung Paralympics erfolgreich zu bestreiten.

 

Die Mannschaft bedankt sich bei allen, die sie vor und während dieses Turniers begleitet und unterstützt haben.

Stefan Hawranke