Ergebnisse der Weltmeisterschaft 2006

04.07.2006: Ergebnisse der Weltmeisterschaft 2006

Am 25.06.2006 flog die Herrenmannschaft, bestehend aus 5 Spielern, 2 Trainern und einem Physio, von Deutschland nach Spartanburg im Bundesstaat South Carolina. Das Turnier fing schon mit dem Zwischenstop in Philadelfia gut an. Bei der Ankunft hatte man ein wenig Verspätung, beim Abflug gleich 4 Stunden. Am Zielflughafen angekommen fehlte das Gepäck, welches dann einige Tage später in die Unterkünfte geliefert wurde.

Auf die 6 Stunden Zeitverschiebung versuchte man sich schon zu Hause ein wenig einzustellen. Dennoch setzte diese und das Klima dem Team ordentlich zu.

Das erste Spiel wurde gegen Litauen ausgetragen. Die osteuropäische Mannschaft hatte, wie das Gepäck der Deutschen, einen längeren Zwischenstop und kam mit einem Tag Verspätung an, also erst am Abend des ersten Spieltages. Somit gewann das deutsche Team die erste Begegnung kampflos mit 0:0.

Am folgenden Tag mußte man sich gleich den Kanadiern stellen. Es war nicht gerade eine Glanzleistung und somit gewannen die Nordamerikaner mit 5:1.

Abends wurde wieder einmal gegen Finnland gespielt. In Deutschland war es schon fast Mitternacht, doch die Konzentration sehr hoch. Der Endstand von 5:3 war daher nur gerechtfertigt.

Der dritte Spieltag begann mit dem Angstgegner Dänemark. Seit Jahren werden "wichtige" Spiele verloren und "unwichtige" gewonnen. Auch hier wurden die Deutschen hart geprüft. Leider reichte das gebotene nicht aus und Dänemark verließ das Feld mit einem 7:3 Sieg.

Am Abend stand wieder ein Spiel auf dem Plan, was Hoffnung gab. Der Gegner kam aus Algerien. Nicht leicht, aber machbar. Bis dahin … Es wurde gut gespielt. Auf beiden Seiten. Die Algerier hatten jedoch das glücklichere Händchen. Ein Treffer auf die Fußspitze hieß bei den Algeriern "Abwehr über die Torlatte" und bei den Deutschen "Abwehr unter die Torlatte". Somit mußte sich die deutsche Auswahl zum zweitenmal an diesem Tag geschlagen geben (5:7).

Dem Ausrichter der nächsten olympischen Sommerspiele 2008 China ging man mit letzter Verzweiflung an. Ab jetzt zählte jeder Punkt zum Erreichen des Virtelfinales. Es wurde daher auch bis zum bitteren Ende gekämpft. Und der Sieg 5:4 kostete daher auch viel Energie.

Mit einem Sieg gegen Mexiko konnte der Einzug ins Virtelfinale wahr werden. Leider war die Leistung der Schiedsrichter hier unterstes Niveau. Die Mexikaner gingen sehr schnell 4:1 in Führung. Kurz vor der Halbzeitpause konnten die Deutschen noch auf 2:4 verkürzen. In der zweiten Halbzeit ging es um alles oder nichts. Und das Konzept der Trainer ging auf. Langsam verkürzten die Spieler den Rückstand und konnten kurz vor Schluß sogar noch das 6:5 erzielen.

Damit stand der Einzug ins Virtelfinale fest. Und der Gegner am nächsten Morgen war Slowenien.

Samstag Morgen, 10 Uhr, die viel zu kleine und nicht regelgerechte Halle. Deutschland gegen Slowenien. Slowenien war bis dahin ungeschlagen aus allen Begegnungen hervorgegangen. Deutschland hingegen mußte schon drei Niederlagen einstecken. Es war wohl eines der besten Spiele, da es zu keinem Zeitpunkt aufgegeben wurde. Ähnlich wie gegen Algerien hatten die Slowenen Glück in der Abwehr und die Deutschen ebend nicht. Der Spielstand von 9:7 für die Slowenen war daher gerechtfertigt. Dennoch hat kein anderes Team vorher so viele Tore geworfen und alle Strafwürfe gehalten!

Damit waren die deutschen Herren raus aus dem Turnier. Die Enttäuschung war groß. Wurde doch das gesteckte Ziel, die Qualifikation für die Paralympics 2008 zu schaffen nicht erfüllt.

Dennoch ist für China 2008 nichts verloren. Nächstes Jahr besteht in Sao Paulo / Brasilien die letzte Möglichkeit sich zu qualifizieren.

Lassen Sie mich noch was zum gesamten Aufenthalt sagen: Ein Teil der Mannschaft wurde beim Rückflug über England umgeleitet. Und auch hier gingen Taschen nicht den Weg, den der Besitzer ging und kamen Tage später an. In den USA wird sehr viel Aufwand mit Sicherheitskontrollen betrieben. Alkohol gibt es nicht in Supermärkten … Waffen kann man hingegen dort kaufen …

Die USA sind manchmal sehr eigenwillig …

Steffen Lehmann