Ergebnisse der 2. Deutschen Meisterschaft der Jugend in Neukloster

22.09.2003: Ergebnisse der 2. Deutschen Meisterschaft der Jugend in Neukloster

Königs Wusterhausen verteidigt Titel, Gastgeber Neukloster mit tollem vierten
Rang bei den 2. Jugend-Goalballmeisterschaften

Fast zu erwarten war die Titelverteidigung der Königs
Wusterhausener-Goalballer bei den 2. Deutschen Jugendmeisterschaften am
Wochenende (20. September) in Neukloster. Die Brandenburger blieben in
allen sieben Spielen ungeschlagen und dominierten die Konkurrenz. Nach
den Vorrundenspielen schaltete die Mannschaft aus KW im Halbfinale
Ilvesheim mit 5:0 aus, im Finale setzte sich Nürnberg zwar heftig zur
wehr unterlag am Ende aber dennoch mit 1:3. "Man sieht deutlich, dass
die Mannschaften im Vergleich zur ersten Meisterschaft vor einem Jahr in
Marburg einiges getan haben", stellte Herren-Bundestrainer Knut
Kursawe zufrieden fest. Dabei erhielten die Gastgeber aus Neukloster ein
Extra-Lob und das nicht nur wegen der hervorragenden Bedingungen.
"Unterkunft, Sporthalle und Resonanz sind hier bestens, alles ist
herzlich und schön", lobte der Bundestrainer, holte aber noch weiter
aus. "Neukloster hat sich im sportlichen Bereich hervorragend
entwickelt, die Verantwortlichen sind hier auf einem guten Weg!".
Innerhalb von nur eineinhalb Jahren haben die jungen Goalballer aus der
Blinden- und Sehschwachenschule Neukloster ihre Position im Jugend-Goalball
gefunden und scheinen sich dort zu etablieren. "Wir haben die
Entwicklung des Goalballs mit der Anschaffung der Tore tatkräftig
unterstützt und sind natürlich stolz auf das, was hier in der kurzen Zeit
geleistet wurde", verkündet Dr. Monika Knauer vom Verband für
Behinderten- und Rehabilitationssport Mecklenburg-Vorpommern (VBRS).

Der jungen Mannschaft aus Neukloster fehlte am Ende eines langen
Turniertages die Kraft, um den dritten Rang zu erreichen. Nach dem 2:2
zum Turnierauftakt gegen Ilvesheim folgten zwei hohe Siege gegen
Langenhagen (10:1) und Chemnitz (8:1). In den darauf folgenden Spielen
gegen die beiden besten Mannschaften des Turniers zog sich die von
Christina Erpen betreute Mannschaft trotz der Niederlagen (Nürnberg 1:4,
Königs Wusterhausen 1:6) achtbar aus der Affäre. Nach der unglücklichen
Halbfinalniederlage gegen Nürnberg (0:3) ging aber gar nichts mehr, war
die Mannschaft um Center Felix Rogge so ziemlich "ausgepumpt und
platt". "Meine Jungs waren schon etwas enttäuscht, denn wenn
man so weit gekommen ist, möchte man doch schon etwas mehr. Doch es fehlt
uns eben noch an Erfahrung, so ein langes Turnier durchzustehen",
verstand Christina Erpen natürlich die Enttäuschung der eigenen Mannschaft.
Doch die war eigentlich fehl am Platze, denn der vierte Rang war am Ende
mehr, als von vornherein erwartet wurde. "Wir haben hier ein tolles
Turnier gespielt, das ohne die Unterstützung der Stadt und des VBRS gar
nicht möglich gewesen wäre", dankte Frau Erpen nochmals allen
Helfern, Sponsoren und Freunden.

"Goalball sieht auf dem ersten Blick recht einfach für Außenstehende
aus, doch treffen hier zahlreiche Komponenten aufeinander, die die
komplette Sportart zu einer echten Herausforderung machen", erklärt
Bundestrainer Kursawe. "Wichtig sind Kraft und Ausdauer, kombiniert
mit einer sehr guten Reaktionsfähigkeit, absolutem Einsatzwillen und
mentaler Stärke", umschreibt Knut Kursawe den "perfekten
Goalballspieler". Deswegen legt der Verband auch wert auf eine breite
Schulung seiner Athleten. "Dazu gehören Laufen, Radfahren und
Schnellkraftübungen, der Vergleich mit einem Zehnkämpfer ist durchaus
zulässig." Allerdings sind die finanziellen Mittel des
Goalball-Verbandes alles andere als üppig, "Wir liegen, glaube ich,
nicht mal im fünfstelligen Bereich", so Kursawe. Das da für die
Nationalmannschaft keine großen Lehrgänge drin sind, versteht sich von
allein. Umso größer sind demnach die Erfolge zu bewerten. Die Damen- und
Herren-Nationalmannschaft sind für die Paralympics in Athen 2004
qualifiziert, Ziel ist dort ein Treppchenplatz. "Nach dem 7. Platz der
Herren in Sydney vollzog sich ein Generationswechsel, bei der EM 2001
belegten wir den 3. Rang, ein Jahr später bei der WM Platz 5",
begründet der Bundestrainer die Zielsetzung. Vom Können der
Nationalspieler konnten sich die Zuschauer in Neukloster in einem
Promi-Spiel überzeugen, die Betzl, Breidbach, Köhler & Co. beförderten
den 1250 g schweren "Klingelball" mit bis zu 80 km/h über das
Spielfeld.

Ergebnisse:

Finale: Königs Wusterhausen – Nürnberg 3:1

Spiel um Platz drei: Ilvesheim – Neukloster 8:2

Spiel um Platz fünf: Chemnitz – Langenhagen 6:0

Halbfinale: Königs Wusterhausen – Ilvesheim 5:0

                   Nürnberg – Neukloster 3:0

Vorrunde:

1. Königs Wusterhausen 15 Punkte

2. Nürnberg 12

3. Neukloster 7

4. Ilvesheim 7

5. Chemnitz 1

6. Langenhagen 1

Olaf Jenjahn