+++ 4. Spieltag der Goalball Bundesliga in Marburg +++ Nach den Überraschungen des letzten Spieltages in Nürnberg hat es den Hallensprecher nur kurz die Sprache verschlagen. Seht selbst, was er zu sagen hat

Am vierten Spieltag der diesjährigen Bundesligasaison wird in Marburg halt gemacht. Auch der Hallensprecher ist wieder mit dabei und hofft auf mindestens genau so viel Wahnsinn, wie vor über einem Monat in Nürnberg. Am dritten Spieltag waren die fränkischen Gastgeber Stolperstein für Chemnitz und Dresden und haben damit so einiges durcheinander gewirbelt. In die Karten gespielt hat das im Meisterschaftskampf nur einer Mannschaft: Der SSG Blista Marburg.

„Täglich grüßt das Murmeltier“ lautet ein bekanntes Sprichwort und auch jetzt haben die Hessen wieder alle Trümpfe in der Hand. Sie haben erst zwei Spiele absolviert und stehen dennoch bereits auf Rang Drei der Tabelle. Gegen Dresden, Dortmund und Nürnberg sollten die Lahnstädter drei Siege landen und würden so pünktlich vor dem Meisterschaftsfinale die Tabellenführung übernehmen. Bleibt Marburg am Heimspieltag ohne Patzer, könnte man sich am letzten Spieltag gegen Chemnitz sogar ein Remis leisten und wäre dennoch Meister.

Interessant werden auch die beiden Auftritte des RGC Hansa Rostock. In heimischer Halle unterlag man nur knapp gegen Marburg, jetzt müssen dringend Punkte her, um in der Tabelle den Blick weiter nach oben richten zu können. Gegen Dresden und Dortmund sollten sechs Punkte her, um den hohen Ansprüchen an der Ostsee gerecht zu werden. Rufen die Dresdener ihr volles Potential ab, ist aber zumindest gegen die Sachsen größte Vorsicht geboten.

Das Zünglein an der Wage könnte Nürnberg an diesem vierten Spieltag sein. Bei ihren ersten Auftritten fanden die Franken noch nicht ihren Rhythmus, das änderte sich jedoch dramatisch mit drei Siegen zu Hause. Momentan ist der BVSV zweiter der Tabelle und hat mit zehn Punkten das Ticket für den Ligapokal bereits in der Tasche. Dementsprechend befreit kann Nürnberg in Marburg aufspielen. Ruft die fränkische Wundertüte ihr Potential voll ab, können auch Rostock und Marburg ins Stolpern gebracht werden.

Auf dem Boden der Tatsachen ist die SGV Dresden nach dem Spieltag in Nürnberg angekommen. Verheißungsvoll war man zuvor mit zwei Siegen gestartet, musste jedoch ohne Punkte wieder die Heimreise aus dem Frankenland antreten. Jetzt warten mit Rostock und Marburg sehr schwere Aufgaben auf das Team rund um Leader Alexander Schreck. Dresden kann diesen beiden Teams natürlich Probleme machen, es braucht jedoch zwei absolute Topauftritte und genau diese Konstanz scheint den Sachsen derzeit zu fehlen. Zumindest gegen Dortmund sollte noch ein Dreier her, um hinter die Qualifikation zum Ligapokal endgültig einen Haken zu machen.

Weiter ganz unten in der Tabelle steht das Team aus Dortmund. Es wäre wünschenswert, dass die Westfahlen einmal in Bestbesetzung antreten können, um endlich einmal ihr ganzes Potential zu präsentieren. Aufgrund der Schwere der in Marburg bevorstehenden Aufgaben sehe ich aber auch an diesem Spieltag keine Punkte für das Konto des ISC.

Elf Spiele stehen in dieser Saison noch auf dem Programm und es ist noch nichts entschieden. Ich sehe zwar im Meisterschaftskampf eine deutliche Tendenz in Richtung Marburg, aber ich hätte auch den Nürnbergern keinen Sieg gegen Chemnitz zugetraut. Es ist doch am schönsten, wenn die vermeintlichen Experten am Ende Lügen gestraft werden. In diesem Sinne freue ich mich sehr auf einen spannenden und torreichen Spieltag in Marburg. Wer mich sucht, braucht nur der lauten Stimme in der Halle zu folgen. Wer dann gegen einen der Lautsprecher läuft und anschließend nicht mehr in der Lage ist, auf dem Spielfeld zu stehen, ist wohl selbst Schuld.

Es war mir ein Fest!

Kevin Barth

Hallensprecher der Goalball Bundesliga